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Liebe Leser!

während eines Kurzurlaubs machte ich nebenstehendes Foto. Obwohl es regnet, schauen die beiden Kinder fröhlich unter dem Regenschirm hervor. Was ging wohl voraus? Empfand das Mädchen Mitleid mit dem Jungen, der keinen Schirm bei sich hatte und lud ihn ein, unter ihren Schirm zu kommen? Wenn es so war, bot das Wetter den Anknüpfungspunkt, mit dem Jungen in Kontakt zu treten.

Auf einer Zugreise setzte sich eine dunkelhaarige Frau mit ihren drei Söhnen in meine Nähe. Als Mann verhielt ich mich zurückhaltend. Doch nach einer Weile ergab sich eine angeregte Unterhaltung. Mir tat einer ihrer Söhne leid, der Grundschüler ist und noch nicht sprechen konnte. Bevor die Kurdin, die auch Türkisch und Deutsch sprach, ausstieg, empfahl ich ihr, mit ihrem Mann doch im Namen Jesus für ihren behinderten Sohn zu beten. Dabei ist mein Gebet, dass sie neugierig wird auf den, der sagen konnte: Ich bin der gute Hirte, die Tür, das Licht, das Leben. Meinem Gott bin ich dankbar für diesen Zufall, diese Anknüpfungsmöglichkeit.

Als Redaktionsteam versuchen wir, Sie zu erinnern, wie Gott bei uns „anknüpft“, Menschengestalt annimmt – darum feiern wir schließlich Advent und die Geburt von Jesus. Mit Beispielen möchten wir Ihnen darüber hinaus Mut machen, selbst Wege zu finden, in der Begegnung mit Migranten einen guten Anknüpfungspunkt zu finden. Wenn Sie wollen – es ist leichter als Sie denken, denn erfahrene Liebe macht erfinderisch.

Der Minikurs beschäftigt sich mit Illustrationen im Koran. In Streitgesprächen werden Anknüpfungspunkte z.B. aus der Natur benutzt, um Andersdenkende zu überzeugen. Auch Jesus nahm viel Bezug auf den Alltag der Menschen, auf ihre Sitten und Gebräuche – um seine geistlichen Wahrheiten fassbarer, begreifbarer, einprägsamer zu machen. Lasst uns von ihm lernen...!

Da wir bereits „unter den Schirm des Höchsten“ sind, was und wer sollte uns hindern, Migranten durch einen Kalender, eine aufmerksame Geste oder ein hörendes Ohr einzuladen, auch unter den bergenden Schutz dieses Schirms zu kommen? Weniger das „Predigen“ als vielmehr das hörende, fragende, anteilnehmende Gespräch hat eine außergewöhnliche Anziehungskraft.

Im Namen des Redaktionsteams wünsche ich Ihnen eine „beschirmte“ Adventszeit,

    Ihr Redaktionsteam

Orientdienst, 20. November 2010



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