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Träume in der Bibel – und heute?

Impulse für Umgang mit Träumen und evangelistische Ansätze

Bild: Sonnenstrahl

In der Bibel tauchen Träume in kritischen Lebenslagen einzelner Menschen oder einer ganzen Volksgemeinschaft auf, die einen Wendepunkt markieren. So bei Jakob auf der Flucht (1.Mo 28,10-22). In 1. Mose 40 träumen zwei inhaftierte Beamte des Pharao die bevorstehende Wende in ihrem Leben. Die wirtschaftliche Krise wegen einer Dürre in Ägypten zeigt sich im Traum des Herrschers (1.Mo 41). Gideon bekommt am Rand des feindlichen Lagers einen Traum mit, der ihn ermutigt (Ri 7,13-14). Der Pflegevater von Jesus, Josef, träumt und durch das Befolgen des Redens Gottes sichert er das Überleben des Messias (Mt 1,20-21; 2,19-20). Die morgenländischen Sterndeuter wandern aufgrund eines Traums zum Schutz des göttlichen Kindes auf einem Umweg in ihre Heimat (Mt 2,12). Übrigens werden in der Heilszeit den jungen und alten Israeliten prophetische Träume verheißen (Joel 3,1 und Apg 2,17).
Diese Begebenheiten machen deutlich: Träume können offenbar entscheidende Hinweise zur Bewältigung lebensbedrohlicher Situationen vermitteln. Gott führt auch durch Träume: Jakob tritt aufgrund eines Traumes die Rückreise in seine Heimat an (1.Mo 31,11+13). So sind Träume eines der Mittel, durch das Gott seinen Willen mitteilt.
Im Alten Testament kann man unterscheiden zwischen Offenbarungsträumen, durch die Gott sich mitteilt und die der Träumende ohne fremde Deutungshilfe versteht, und Symbolträumen, die der Deutung bedürfen. Offenbarungsträume werden von Angehörigen des jüdischen Volkes geträumt, Symbolträume von Heiden. Josef deutet die Träume der ägyptischen Beamten des Pharao und Daniel den politischen Traum des babylonischen Herrschers Nebukadnezar (Dan 2,1-49; 3,31-4,34). Traumdeutung bleibt im Alten Testament ein Geschehen, über das wir nicht verfügen können und ist an Gottes Willen und seine Weisheit gebunden (1.Mo 41,16).

Was ist von Traumdeutungsbüchern zu halten, die jedem Symbol eine Erklärung beigeben? Ein arabisches Sprichwort sagt: „Der Traum des Hungrigen ist Brot.“ Ähnliche Worte finden wir schon in Jesaja 29,8. Stimmungen und Gedanken des Tages können in den Traum einfließen, eine stressige aktuelle Lebenssituation kann eine Rolle spielen, auch weit zurückliegende Erinnerungen und Unbewusstes werden im Traum verarbeitet. Traumsymbole, wie z. B. Haus, Brot, Wasser, Feuer, etc. haben meist eine sehr individuelle Bedeutung. Deshalb ist davon auszugehen, welche Verbindung der Träumende zu diesen Symbolen hat, ob er eher positive Gefühle damit verbindet oder negative, ob er damit gute Erlebnisse oder Erfahrungen verbindet oder eben nicht. Weil es sein Traum ist, kann eigentlich vor allem er selbst seinen Traum deuten und verstehen.

Es bleibt die Frage, ob Gott heute noch durch Träume redet, sie gebraucht. Auch wenn viele unter uns aufgrund unserer westlichen christlichen Prägung Träumen wenig Bedeutung beimessen, ja skeptisch sind, müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass es immer wieder vorkommt, dass Orientalen im Traum Jesus sehen. Jemandem wurde im Traum eine Bibel gegeben oder ein anderer bekam die Anweisung von einer lichten Gestalt, einen bestimmten Ort zu verlassen, der für sein Leben und seine Zukunft schädlich ist. Sicher überlegt er, wem er seinen Traum erzählt. Wenn Gott Träume einsetzt, damit Menschen sich ihm zuwenden, ihre Schuld vor Gott einsehen und in Jesus ihren Retter erkennen, dann sollten wir Gott danken, dass er auf diesem Wege Menschen erreicht. Uns sind auch Träume von Orientalen bekannt, die weniger eindeutig zu verstehen sind. Indem die Person diesen Traum erzählt, können reife Christen, die sich von Gottes Geist leiten lassen, ihren Eindruck dazu sagen. Etwa in dem Sinne: „Kann es sein, dass Gott dir damit ... sagen will, dich auf ... hinweisen will...?“

Bei weiterem Interesse am Umgang mit Träumen kann ich das Buch empfehlen: Träume. Die vergessene Sprache Gottes. Ulrich Kühn, R. Brockhaus Verlag 2003.



Orientierung 2009-05; 20.11.2009



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