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Noch zur rechten Zeit?

Not bahnt manchmal den Weg zu den Herzen

Durch den Kontakt zu Familie K. aus Nordafrika lernten wir auch den Großvater, Herrn K., kennen. 34 Jahre lang hatte er in Deutschland gelebt und gearbeitet - und, soviel wir wissen, nie das Evangelium gehört... (Das ist leider kein Einzelfall!) Seit einigen Jahren lebte er nun als Rentner in seiner Heimat.

Araber

Zu Besuch bei seinen Kindern in Deutschland erfuhr er bei ärztlichen Untersuchungen, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist. - Ich wurde durch Bibelworte sehr stark ermutigt, ihm die Gute Botschaft weiterzusagen. Mein Mann und ich besuchten ihn im Krankenhaus. Er freute sich über unseren Besuch und unser Interesse an seinem Ergehen. Kurz nach uns kamen drei Männer aus seinem Bekanntenkreis. In einem solchen Rahmen ist es gewöhnlich schwierig, über den Glauben zu reden. Oft meint jemand, vor anderen Muslimen dem christlichen Glaubenszeugnis widersprechen zu müssen. Ich wagte es trotzdem. Anhand der Geschichte aus 2. Könige 7 erklärte ich, dass wir eine gute Botschaft wissen, die wir nicht verschweigen dürfen (2. Könige 7,9) - und berichtete, dass wir durch Jesus Christus Vergebung für unsere Schuld vor Gott und ewiges Leben empfangen können. Die Männer hörten interessiert zu. Der Kranke bestätigte: „Ja, Jesus hatte von Gott die Erlaubnis, Blinde sehend zu machen und Aussätzige zu heilen.” Das eröffnete meinem Mann die Möglichkeit anzufügen, dass wir durch unsere Sünde vor Gott wie Aussätzige sind und dass Jesus gekommen ist, uns von diesem „Aussatz” zu reinigen und uns Frieden mit Gott zu bringen. - Wir beteten nun, dass dieses Wenige, das wir weitersagen konnten, richtig verstanden werde und dass der Kranke - oder auch einer der anderen Männer - sich öffne für Gottes Liebe, die sich in Jesus offenbart.

Da man Herrn K. im Krankenhaus nicht mehr helfen konnte, empfahl ihm der Arzt, in die Heimat zurückzukehren - zum Sterben. Nur fehlten noch irgendwelche Papiere... An einem Tag hatte ich den Eindruck, unbedingt noch zu Familie K. zu müssen. Dort erfuhr ich, dass zwei Stunden später die Fahrt zum Flughafen losgehen solle... Herr K. war gern bereit, sich die kurze Erklärung des „Wortlosen Büchleins” (Heilsweg erklärt anhand von Farben) anzuhören. (Die Tochter des Kranken und einige Enkelkinder waren auch dabei.) Er dankte noch einmal sehr intensiv dafür, dass mein Mann und ich ihn im Krankenhaus besucht hatten - und steckte das als Geschenk angebotenen „Wortlose Büchlein” und etwas später ein kleines Büchlein mit Bibelworten ohne Zögern in seine Hemdtasche.

Marokkanerinnen

Inzwischen ist er zu Hause in Marokko - sehr bewusst Abschied nehmend - friedlich eingeschlafen. Bei seinem Krankheitsbefund ist das eigentlich ein Wunder. Ob er noch den Namen des Herrn Jesus angerufen hat und als Geretteter heimgehen konnte?


Orientierung 2004-04, 30.09.2004
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