Enttäuschungen mit Interessierten

Flüchtlinge und Interessierte können auch andere Motive mitbringen, wenn wir ihnen helfen.

In der Arbeit mit Flüchtlingen kann es auch zu Enttäuschungen kommen, wenn wir ihnen helfen. Manche wollen keine gebrauchten Kleider, Möbel oder Haushaltsgegenstände annehmen oder erscheinen uns als undankbar. Die Ablehnung von Gebrauchtem kann verschiedene Gründe haben, so z. B. die Furcht vor Läusen oder Krankheiten, die durch gebrauchte Kleidung übertragen werden können oder Ängste durch Aberglauben. Manche denken, dass Kleider von Toten oder Nichtmuslimen Unglück bringen oder mit einem bösen Zauber belegt sein können. Vielleicht ist es möglich, im speziellen Fall die Hintergründe dafür zu erfragen.

 

Manche kommen nur mit zum Mittagessen und vermeiden den Gottesdienst und Worte des Lebens, die uns so wichtig sind. Wie sollen wir damit umgehen? Die Freiheit dies zu tun, bleibt ihnen zugestanden. Wir dürfen niemand unter Druck setzen. Ich erlebte es, wie einer, der eigentlich nur wegen des Essens gekommen war, doch durch unsere Art und einige wenige persönliche Worte so angesprochen wurde, dass er sich für den christlichen Glauben öffnete.

 

Andere treten mit einer Anspruchshaltung auf, die keinerlei Dankbarkeit zulässt. Sie meinen, sie haben auf diese und jene Hilfe und Vergütung Anspruch. Auch solchen Menschen sollen Christen mit Freundlichkeit, aber Bestimmtheit gegenübertreten und sich nicht irritieren lassen. Manchmal hilft es da, die richtigen Fragen zu stellen. Es kann helfen, wenn wir die Situation erklären, dass die Mitarbeit ehrenamtlich ist und kein Gehalt bezogen wird und dass die Hilfe aus Liebe zu den Menschen geschieht. Jesus Christus hat diese Liebe vorgelebt und auch uns ins Herz gegeben. Aber nicht alle lassen sich belehren. Diese dürfen wir ihren Lebensweg gehen lassen. Sie sind selbst dafür verantwortlich.

 

Besonders Iraner könnten sich aus falschen Motiven für einen Taufkurs anmelden, weil sie sich davon erhoffen, eher einen Asylstatus zu erhalten. Denn Konvertiten werden im Iran verfolgt und das wird in Deutschland anerkannt. Auch für sie gilt, dass sie vielleicht durch das Wort Gottes, trotz zunächst falscher Motive, den Schatz des Evangeliums in Vorbereitungsgesprächen und im Taufbewerberprozess erkennen können.

 

 

Orientierung 2016-02; 01.08.2016
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