Asyl in Zahlen

Seit 1953 stellten 3,4 Mio Menschen in Deutschland einen Asylantrag, davon mehr als 2,4 Mio seit 1990. Die meisten Anträge wurden 1992 registriert (438.191). 2012 waren es 64.539. In den EU-27 Staaten wurden 2012 insgesamt 335.380 Asylanträge gestellt. Dies stellt eine Zunahme von 10,6 % gegenüber 2011 dar.

 

Top 10-Herkunftsländer 2012 (Erstanträge, Angabe in Personen)

1. Serbien 8.477, 2. Afghanistan 7.498,

3. Syrien 6.201, 4. Irak 5.352, 6. Iran 4.348, 7. Pakistan 3.412, 8. Russ. Förderation 3.202, 9. Bosnien u. Herzegowina 2.025, 10. Kosovo 1.906. Der Anteil der von Frauen gestellten Asylanträge bewegt sich zwischen 16,4 % (Pakistan) und 49,7 % (Serbien).

 

Die größte Volksgruppe der afghanischen Erstantragsteller bildeten im Jahr 2012 die Tadschiken mit 42,7 %, gefolgt von den Paschtunen mit 17,2 % und den Hazara mit 12,0 %.

 

Die Kurden stellten 2012 mit 45,7 % die zahlenmäßig stärkste Gruppe unter den irakischen Asylbewerbern vor Arabern mit 30,8 % und Chaldäern 7,9 %. Religionszugehörigkeit generell:

59,2 % Angehörige des Islam bilden den größten Anteil der Erstantragsteller, gefolgt von Christen mit 21,9 % und Yeziden mit 7,8 %.

 

In den Top-10 der wichtigsten europäischen Zielländer wurden 87,4 % der Asylanträge gestellt. Nahezu jeder zweite Antrag wurde in Deutschland, Frankreich oder Schweden gestellt. Internationale Asylzugangszahlen im Jahr 2012: 1. Deutschland 77.650, 2. Frankreich 61.455, 3. Schweden 43.945, 4. Schweiz 28.640, 5. Belgien 28.285, 6. Vereinigtes Königreich 28.260, 7. Österreich 17.350, 8. Italien 17.350, 9. Niederlande 13.100, 10. Polen 10.755.

 

In Relation zur jeweiligen Bevölkerungszahl trägt Malta – pro Kopf betrachtet – die größte Last in Europa. Auf jeweils 1.000 Einwohner entfallen 5,0 Antragsteller, dicht darauf folgt Schweden mit 4,7 Antragstellern. Deutschland als zugangsstärkstes Asylantragsland liegt mit 0,9 Antragstellern pro 1.000 Einwohnern auf Platz 11 und damit knapp über dem europäischen Durchschnitt.

 

Quoten der einzelnen Entscheidungsarten im Jahr 2012: Von insgesamt 61.826 Entscheidungen gab es 1,2 % Anerkennungen nach Art. 16 a GG, 13,0 % Flüchtlingsschutz gem. § 60 Abs. 1 AufenthG; 13,5 % Abschiebungsverbot gem. § 60 Abs. 2, 3, 5 o. 7 AufenthG; 49,7 % Ablehnungen; 22,6 % formelle Entscheidungen. Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (www.bamf.de)

Zum Vergleich: Das ZDF berichtete am 14.1.2014, dass ca. 812.000 syrische Flüchtlinge im Libanon registriert wurden, 544.000 in Jordanien und 511.000 in der Türkei. 199.000 Syrer wurden im Irak und 126.000 in Ägypten aufgenommen.

 

Orientierung 2014-01; 15.02.2014
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